Tanzdemo Rückblick
Am 21.5.2011 tanzten ca. 250 Menschen durch die Nürnberger Südstadt. Sie feierten, dass es nach 10 Jahren Suche endlich geeignete Räume für ein selbstverwaltetes Jugendkulturzentrum in Nürnberg gibt. Da es aber noch einige bürokratische Hürden zu meistern gilt, bevor dieser neue Freiraum eröffnet werden kann, riefen die Aktivist_innen die Kampagne „Support your local Freiraum!“ aus.
Auftaktort für die Tanzdemo war das ehemalige selbstverwaltete Zentrum KOMM, das 1997 durch die CSU geschlossen wurde. Gegen 14 Uhr sammelten sich hier ca. 250 Aktivist_innen um zu feiern und tanzen, dass es endlich einen neuen Ort in Nürnberg gibt an dem Selbstverwaltung gelebt werden kann. Nicht zum feiern aufgelegt schienen hingegen die Damen und Herren in grün. Mit schikanösen Vorkontrollen und einem zahlenmäßigen Aufgebot, das den Teilnehmer_innen der Tanzdemo mindestens ebenbürtig war, wollten sie der Feierlaune Einhalt gebieten. Dies gelang ihnen aber nicht. Eine halbe Stunde nach Auftakt und einem Redebeitrag, der die momentane Situation des neu gewonnen Freiraums thematisierte, tanzte die Demo los Richtung Südstadt mit dem Ziel KV.
Der als Freiraum „verkleidete“ Lautsprecherwagen lieferte dazu die passenden Klänge, nebelte die Tanzenden ordentlich ein und ließ Konfetti regnen. Mit Hochtransparenten, Schildern und kreativen Parolen wurde das Anliegen der Demo nach außen getragen. Schon kurz nach dem Start war die Stimmung auf dem Siedepunkt angekommen: in einer Unterführung machten die tanzwütigen Teilnehmer_innen Halt und funktionierten den Tunnel kurzer Hand zur Partyarea um. Unter Jubelschreien und hämmernden Bässen konnte mensch sich und das bisher Erreichte einmal ausgiebig selber feiern. Nach diesem Zwischenstopp ging es weiter durch die Südstadt bei schönstem Sonnenschein. Flyer, die über das Projekt Auskunft geben, konnten in einer großen Zahl verteilt werden und ein-zwei Passant_innen schlossen sich spontan der feiernden Menge an. Angekommen im Annapark, dem Ort der Zwischenkundgebung, wurde eine kurze Tanzpause eingelegt und ein Redebeitrag verlesen, welcher die Bedeutung selbstverwalteter Räume thematisierte. Bevor sich die Demo auf das letzte Stück der Route Richtung Kunstverein machte, trat der Zeckenraper „Concept“ auf. Kurz erholt, legte sich der Partymob nochmal richtig ins Zeug und trat den Endspurt zum KV an. Dort angelangt, löste sich die Demo auf und der zweite Teil des Tages konnte beginnen.
Der Kunstverein, der in diesem Jahr sein 35-jähriges Jubiläum feiern wird, stellte der Kampagne seine Räumlichkeiten zur Verfügung. Diese wurden für den Tag mit einem Essenstand, Infoständen der FAU Nürnberg und des AAB [Antifaschistisches Aktionsbündnis Nürnberg], einer „Tombola der Sensationen“ sowie einem D.I.Y. Workshop gefüllt. Aktivist_innen des AZ Köln hielten einen sehr informativen Vortrag über ihr selbstverwaltetes Projekt und die dort bisher gesammelten Erfahrungen. Im Anschluss daran startete der musikalische Teil des Abends.
Auftritte von „Concept“ [Polit-Rap], „Kyrest“ [Crust], „Hysterese“ [Punk] und „Vengeance“ [Hardcore] und der anschließenden „HalliGalli-Drecksauparty“ rundeten den gelungenen Tag ab. Mit den Einnahmen ist die Eröffnung eines selbstverwalteten Jugendkulturzentrums in Nürnberg wieder ein wenig näher gerückt.
Weitere Infos über das Projekt könnt ihr hier:
http://alternativekultur.wordpress.com/ erhalten und auch wie ihr uns aktiv unterstützen könnt.
„Support your local Freiraum!“

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