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Konzept

Einleitend muss hier erwähnt werden dass das folgende Konzept vor Jahren erarbeitet wurde und somit das Idealziel des Vereins in unserer damaligen Zusammensetzung und mit unserem damaligen Erfahrungsschatz darstellt. Momentan befinden wir uns in einer Phase in der, angestoßen und ermöglicht durch das vorhandene Objekt, die alte Konzeption der Vereinsräumlichkeiten, anhand der räumlichen Gegebenheiten und unter Einbeziehung aller neuen und alten Akteure, basisdemokratisch überarbeitet und ergänzt wird.  Wir wollen hier jedoch einen grundsätzlichen Einblick in unsere Zielsetzung und unsere bisherige Arbeit geben

Konzeptionelle Überlegungen für ein eigenverantwortlich geführtes Jugendkulturzentrum in Nürnberg

1. Bedarf

Im Kreis Nürnberg existiert ein breites Angebot an pädagogischen Einrichtungen für Jugendliche, in denen präventive Jugendhilfe geleistet wird. Jedoch ist dieses Angebot meistens auf einen Stadtteil reduziert und somit nur für einzelne Gruppen (z.B. Altersgruppen, ethnische Gruppen) attraktiv. Zwar wird Partizipation in der Jugendarbeit angestrebt, ist aber auf Grund der finanziellen und personellen Mittel in der kommunalen Jugendarbeit nur begrenzt möglich. Darüber hinaus könnte die Gesamtheit der alternativen Jugendszene in der Stadt wohl kaum in eine der bestehenden Jugendeinrichtungen integriert werden. Des Weiteren gibt es eine große Anzahl an jungen Erwachsenen ohne Wohnraum, die durch vorhandene Einrichtungen nicht aufgefangen werden können.

Deswegen streben wir als ergänzende Einrichtung ein Jugend – und Kulturzentrum an, welches Stadtteil übergreifend arbeiten soll und in dem sich Jugendliche durch gemeinsames Arbeiten und Wohnen in der Selbstverwaltung erproben sollen. Dafür fordern wir als gemeinnütziger Verein “Alternative Kultur Nürnberg e. V.” von der Stadt Nürnberg die Bereitstellung eines zentral gelegenen, frei nutzbaren Gebäudes.

2. Zielsetzung des Zentrums

Wir verstehen die Einrichtung als ein Zentrum, in dem viele verschiedene Menschen aus der gesamten Stadt Nürnberg aufeinander treffen, sich austauschen und voneinander lernen können. Mit dem Zentrum wird stadtteil- und altersübergreifend sowohl Jugendlichen als auch Erwachsenen ein Ort geboten, an dem sie eigene Ideen einbringen können.
Wir engagieren uns für mehr Leben in dieser Stadt, für kulturelle Selbstentfaltung abseits von Konsumzwang und gängigen Freizeit- und Vergnügungsmöglichkeiten.
Wichtig ist uns hierbei, dass in diesen Räumlichkeiten Menschen nicht aufgrund von Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht, Homosexualität oder sozialem Stand diskriminiert werden, sondern auf basisdemokratischer Grundlage ein integrativer und solidarischer Umgang miteinander entsteht.

Das möglichst vielseitige Engagement unterschiedlicher Menschen wird durch die basisdemokratische Organisation gewährleistet.
Besonders Heranwachsende haben durch die Mitarbeit in allen organisatorischen Bereichen des Zentrums die Möglichkeit Verantwortung zu übernehmen und wichtige Erfahrungen zu sammeln.
Durch das ehrenamtliche Engagement wird soziale Kompetenz gefördert. Kompromissfähigkeit, Teamarbeit, Motivation und Verantwortungsbewusstsein sind wichtige Bestandteile im Zentrumsalltag. Das Zentrum stellt eine Alternative zur herkömmlich geführten Jugendarbeit dar und soll dazu führen das Menschen mehr Verantwortung für sich und andere erlernen und tragen.

Ebenfalls soll die Begegnungsstätte, abseits von konsum- und gewinnorientierten Veranstaltungsorten, Platz für Konzerte, künstlerische Werkstätten und Ausstellungen, aber auch für Informations- und Diskussionsveranstaltungen bieten. Hierdurch soll ein Verständnis für soziales Engagement und politisches Interesse gefördert werden. Das zur Verfügung stellen von Wohnraum soll vor allem Jugendlichen aus Randgruppen, für die sich auf Grund der zunehmenden Verschärfung sozialer Missstände ein stark eingeschränktes Wohnraumangebot ergibt, eine dauerhafte Verbesserung der Wohnsituation sowie eine Einbindung in den Zentrumsalltag ermöglichen.

3. Angebote

3.A Cafe

Das Cafe soll ein zwangloser Treffpunkt für alle BesucherInnen sein und eine echte Alternative zu kommerziellen Einrichtungen darstellen.
In den Räumlichkeiten sollen die Menschen ohne jeglichen Konsumzwang ihrem Bedürfnis nach Entspannung nachkommen können. Die gesamte Atmosphäre soll die Kommunikation verstärken und anregen.

3.B Veranstaltungsräumlichkeiten

Musikveranstaltungen sind ein fester Bestandteil des Kulturprogramms und übernehmen einen wichtigen Teil der Finanzierung.
Musik ist für viele Menschen eine gute Möglichkeit sich auszudrücken, einen eigenen Stil und damit zusammenhängend eine eigene Identität zu entwickeln. Die regionale Bandszene wird durch ein attraktives Konzertangebot gefördert und unterstützt.
Die Organisation von Konzerten und weiterer kultureller Angebote bietet ein weites Feld, in dem NutzerInnen, je nach Interessen eigenverantwortlich aktiv werden können. Nachwuchs-Künstler haben im Kulturzentrum die Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Neben der Organisation von Konzerten werden auch Lesungen, Theater, Partys und Filmvorführungen ein Schwerpunkt sein. Das Zentrum ist auch ein Ort, an dem politische Themen aufgegriffen und in Form von z.B. Diskussions-, Informationsveranstaltungen oder Vorträgen öffentlich thematisiert werden.

3.C Werkstätten und Bandproberäume

Durch die Bereitstellung von günstigen Bandproberäumen und Ateliers im Zentrum kann von den NutzerInnen selbst Kunst und Kultur geschaffen werden.
In den Werkstätten können einfache handwerkliche Aufgaben eigenhändig bewältigt und der Umgang mit verschiedenen Materialien und Geräten erlernt werden.
Außerdem stellt die Werkstatt eine Möglichkeit dar, anfallende Reparaturen am und im Haus selbst auszuführen.

3.D Wohnraum

Neben der vorhandenen Wohnraumproblematik soll auch das Bedürfnis nach gemeinschaftlichem Wohnen und das Ausleben eines alternativen und partizipatorischen Lebensstils gedeckt werden. Durch die Einbindung der BewohnerInnen in die Alltagsaufgaben des Zentrums ergibt sich ein strukturierter Ablauf sowohl für die BewohnerInnen als auch für das Haus selbst.
Nicht nur die Mieteinnahmenkommen dem Haus zu Gute, sondern es sind auch feste AnsprechpartnerInnen vor Ort, was wiederum einen respektvollen Umgang mir dem Objekt gewährleistet.

3.E Weitere Nutzungsmöglichkeiten

Über diese Aufzählung hinaus sind bei entsprechendem Platzangebot jedoch auch noch viele andere Angebote denkbar. Möglich wären beispielsweise ein Multimedia-Werkstatt, ein Kinderladen, ein Sportraum usw., je nachdem was von den NutzerInnen gewünscht bzw. initiiert wird.

4. Organisation

4.A Trägerschaft

Der Träger der Einrichtung ist der Verein “Alternative Kultur Nürnberg e. V.”.
Der Verein trägt die konzeptionelle Verantwortung und dient als offizieller Ansprechpartner. Außerdem wählt der Verein einen Vorstand, der die rechtliche Vertretung übernimmt.

4.B Interne Organisation

Das Zentrum ist basisdemokratisch organisiert, das bedeutet die Vollversammlung bildet das Kerngremium der demokratischen Strukturen innerhalb des Zentrums. Sie soll allen NutzerInnen die Möglichkeit geben eigene Wünsche, Interessen und Anregungen einzubringen.
Die Vollversammlung legt die Zielsetzung, Grundsätze, Aufbau und Verfahrensweise der Organisation fest. Die von der Vollversammlung getroffenen Beschlüsse sind öffentlich jedem Besucher/jeder Besucherin bekannt zu geben, z.B. durch Aushang. Die Vollversammlung beschließt auch über den Umgang mit Regelverstößen.
Die Teilnahme an der Vollversammlung steht allen Interessierten offen, Stimmrecht haben jedoch nur Vereinsmitglieder/Gruppen. Aufnahmekriterium für Einzelpersonen und Gruppen im Haus ist die Anerkennung des Statuts und des Konzepts.

5. Finanzierung

Grundlegend ist die Bereitstellung eines zentral gelegenen, frei nutzbaren Gebäudes durch die Stadt Nürnberg. Näheres wird in einem Nutzungsvertrag zwischen dem Verein “Alternative Kultur Nürnberg e.V.” und der Stadt Nürnberg geregelt.
Die Investitionskosten für die Instandsetzung der Räume sollten von der Stadt übernommen werden und stellen somit eine einmalige finanzielle Belastung für die Stadt dar. Inbegriffen sind die Kosten für baurechtliche und sicherheitstechnische Maßnahmen.
Innenraumgestaltung und kleinere Renovierungsarbeiten können durch den Verein ausgeführt werden.
Die laufenden Kosten des Zentrums, wie Heizung, Strom, Wasser, Bewirtschaftung, Finanzierung des Kulturprogramms und Einzelveranstaltungen sollen soweit wie möglich durch den Betrieb gedeckt werden.
Die Arbeit in dem Zentrum wird ehrenamtlich sein.
Einzelne Projekte innerhalb des Zentrums sollen über beantragte Gelder über verschiedene Förderprogramme und Stiftungen finanziert werden.

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